Über die Slowakei

Ländername: Slowakische Republik (Slovenská republika, SR)
Klima: kontinentales Klima; Durchschnittstemperatur zwischen 0° C im Januar und 21° C im Juli und August.
Geographische Lage: Mitteleuropa, gemeinsame Grenzen mit Tschechien und Polen (Norden), Ukraine (Osten), Ungarn (Süden) und Österreich (Westen).
Größe: 49.030 Quadratkilometer
Bevölkerung: 5.435.273 Einwohner (Stand: September 2010)
Hauptstadt: Bratislava (Pressburg) mit 431.061 Einwohnern (Stand: 2009)
Landessprache: Slowakisch

Kultur

Die slowakische Kultur ist durch das jahrhundertelange Miteinander slawischer, deutscher, österreichischer und ungarischer Kultur geprägt worden. Vielfältige Spuren davon lassen sich in Architektur, Traditionen und im Sprachgebrauch finden.

So sind einige historisch bedeutende Stätten Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, wie z.B. die Zipser Burg, die Bergbaustadt Banská Štiavnica, das Bauerndorf in Vlkolínec oder die Holzkirchen des Karpatenbogens. Slowakische Spezialitäten, wie z.B. das Gebäck „Trdelník“ oder der Brimsenkäse, erhielten die geographische Schutzbezeichnung der EU.

Die Dichtkunst mit ihren bekanntesten Vertretern L´udovít Štúr und Pavol O. Hviezdoslav hat einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der nationalen Identität geleistet. Auf den beliebten, alljährlichen Folklorefestivals, z.B. in Detva oder in Východna leben Volkslieder und Lyrik wieder auf.

Die Slowakei ist besonders bekannt als Heimatland einer Reihe herausragender Opernsänger, unter ihnen Miroslav Dvorský, Dalibor Jenis oder Edita Gruberová. Unter den zeitgenössischen Schriftstellern der Slowakei ist der 1976 geborene Michal Hvorecký zu nennen, dessen Bücher auch ins Deutsche übersetzt werden.

Eishockey ist die beliebteste Sportart in der Slowakei. Die im Mai 2011 in Bratislava und Košice ausgetragene Eishockeyweltmeisterschaft hat trotz des frühen Ausscheidens der slowakischen Mannschaft die gesamte Aufmerksamkeit des Landes auf sich gezogen. Daneben spielt auch Fußball eine bedeutende Rolle, woran auch der erfolgreiche Auftritt der Slowakei bei den Weltmeisterschaften 2010 in Südafrika Anteil hatte.

Neun anerkannte Minderheiten leben in der Slowakei, darunter Ungarn (rund 8,5 Prozent), Roma (rund 7 Prozent), Karpatendeutsche und Ruthenen. Deutsch ist nach Englisch die mit Abstand meist erlernte Fremdsprache an slowakischen Schulen.

Der Kulturaustausch zwischen Deutschland und der Slowakei basiert auf dem bilateralen Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit vom 1. Mai 1997 (in Kraft getreten am 28. Mai 1998). Der Schwerpunkt liegt in der Förderung der deutschen Sprache, aber auch im akademischen und schulischen Austausch und kulturellen Veranstaltungen. Auf diesen Gebieten engagieren sich u.a. das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen und die Alexander-von-Humboldt-Stiftung.

Ein weiteres Bindeglied zwischen beiden Ländern ist die karpatendeutsche Minderheit in der Slowakei, zu der sich rund 5.000 Slowaken bekennen und die von der Bundesrepublik bei kulturellen, bildungspolitischen sowie gemeinschaftsfördernden Aktivitäten unterstützt wird. Die wichtige Brückenfunktion der deutschen Minderheit hat auch der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff bei seinem Besuch in der Slowakei Ende September 2011 ausdrücklich gewürdigt.

Bildung

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Sport ist für die allgemeine Schulbildung, Berufsausbildung, Hochschulbildung und berufliche Fortbildung zuständig. Die Verantwortung für das Schulmanagement tragen aber weitgehend die regionalen Selbstverwaltungsorgane und Kreisschulämter.

Ein Jahr vor Beginn der Schulpflicht besteht die Möglichkeit, kostenlos eine Vorschule zu besuchen. Die allgemeine Schulpflicht beginnt im Alter von sechs Jahren und beträgt zehn Jahre. Alle Kinder besuchen in den ersten vier Jahren gemeinsam eine Grundschule. Danach gibt es die Möglichkeit, auf ein Gymnasium oder an eine Fachmittelschule zu wechseln – oder aber an der bisherigen Schule zu bleiben und erst nach Abschluss der neunten Klasse ein Gymnasium, eine Fachmittel- oder Berufsschule zu besuchen.

Der Zugang zum Gymnasium erfolgt nur über eine bestandene Aufnahmeprüfung. Es wird mit dem Abitur abgeschlossen. Auch an Fachmittel- und Berufsschulen kann teilweise das Abitur erworben werden. Das Abitur ist Voraussetzung für eine Aufnahmeprüfung an allen Universitäten und Hochschulen. Letztere sind private Hochschulen, die auf bestimmte Gebiete spezialisiert sind (Recht, Ökonomie, Technik). Das slowakische Abitur wird auch in Deutschland anerkannt.

Deutsch ist als Fremdsprache in der Slowakei eine wichtige Grundlage für die Beziehungen zwischen beiden Ländern. Die  im Jahr 2005 gegründete Deutsch-Slowakische Begegnungsschule in Bratislava befindet sich im Aufbau,  im Jahr 2016 wird dort erstmals das Abitur abgelegt werden. An der bilingualen Abteilung des Gymnasiums in Poprad erwerben jedes Jahr zwischen 50 und 60 Schülerinnen und Schüler ein deutsches Abitur. Außerdem können Schüler an 25 ausgewählten Gymnasien das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz, Stufe II ablegen und damit ohne weitere Deutschprüfung an deutschen Universitäten oder Fachhochschulen ein Studium beginnen. Daneben ist es seit 2012 an diesen Schulen auch möglich, das DSD Stufe I abzulegen. 2012 gab es über 700 Teilnehmer an den DSD-I- und DSD-II-Prüfungen. Mittelfristig, also bis 2014, ist mit 1000 Teilnehmern an den Sprachdiplomprüfungen beider Stufen zu rechnen.