Über Spanien

Ländername: Königreich Spanien/Reino de España
Klima: Madrid: Hochlandklima (kastilische Meseta, 680 Meter ü.M.): trocken, kalte Winter, heiße Sommer (bis 40°C); Küste: Mittelmeer- bzw. Atlantikklima
Lage: 36 bis 43,5 Grad nördliche Breite; 9 Grad westliche bis 3 Grad östliche Länge (iberische Halbinsel; ohne Balearen, Kanaren, Ceuta und Melilla)
Landesfläche: 505.990 Quadratkilometer
Hauptstadt: Madrid (Großraum, Stand: 01.01.2011): 3,27 Millionen Einwohner
Bevölkerung: 01.01.2011: 46,81 Millionen Einwohner (Ausländeranteil 11,2 Prozent)
Landessprache: Spanisch (Castellano) ist verfassungsmäßige Staatssprache. In den Autonomen Gemeinschaften Baskenland, Galicien, Katalonien und Valencia haben daneben die jeweiligen regionalen Sprachen offiziellen Rang.
Religion: Römisch-katholisch (über 90 Prozent)
Nationalfeiertag: 12. Oktober
Staatsform/Regierungsform: parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König Juan Carlos I, seit 22.11.1975 (S.M. Don Juan Carlos I de Borbón, Rey de España)
Regierungschef: Mariano Rajoy (seit 21.12.2011)

Kultur- und Bildungspolitik

Spanien ist ein an historischen Kulturschätzen ausgesprochen reiches Land. Von steinzeitlichen Höhlenmalereien über Zeugnisse der keltischen, phönizischen und römischen Epoche, der maurischen Periode und dem Mittelalter bis zu den Kunstschätzen der Neuzeit sind alle Elemente vorhanden, die das Land zu einem Anziehungspunkt für den kulturhistorisch interessierten Besucher machen.

Nicht weniger reichhaltig und lebendig ist die aktuelle Kunst- und Kulturszene. Dies gilt nicht nur für die Metropolen Madrid und Barcelona, sondern zunehmend auch für die übrigen Regionen. Die nach dem Ende der Diktatur 1975 erfolgte Öffnung Spaniens hat sehr schnell zu einer Internationalisierung gerade auch des Kulturlebens geführt. Dreimal bereits wurden spanische Städte als Kulturhauptstadt Europas ausgewählt (Madrid 1992, Santiago de Compostela 2000 und Salamanca 2002). 2016 wird mit San Sebastián erneut eine spanische Stadt Kulturhauptstadt Europas sein.

Kunst und Kultur werden aus öffentlichen Haushalten, durch private Stiftungen und von Mäzenen gefördert. Die öffentliche Hand hat hier in den letzten Jahren auf Grund der Wirtschafts- und Finanzkrise und wegen der daraus folgenden, notwendigen Sparmaßnahmen die Höhe der Zuwendungen teilweise deutlich herabsetzen oder sogar streichen müssen.

Eine besondere Rolle spielen aber nach wie vor die zahlreichen Festivals, wie das Internationale Filmfestival von San Sebastián oder das Internationale Theaterfestival von Almagro, zu denen regelmäßig hervorragende Vertreter aller Sparten der Darstellenden Kunst aus dem Ausland nach Spanien kommen. Mit dem Prado-Museum, dem Museum für zeitgenössische Kunst “Centro de Arte Reina Sofía” und der Sammlung Thyssen-Bornemisza verfügt Madrid über Kunstbestände, die die Stadt zu einem der interessantesten Museumsstandorte weltweit machen. Eine bedeutende Kulturszene gibt es auch in Barcelona, Valencia, Sevilla, Bilbao (Guggenheim-Museum) und anderen Städten.

Im spanischen Schulsystem ist die Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr verankert. Die Kompetenzen in diesem Bereich sind seit dem Beginn der 80er Jahre überwiegend auf die Autonomen Gemeinschaften (vergleichbar unseren Bundesländern) übergeleitet worden. Gemäß Hochschulrahmengesetz vom April 2007 wurde das Studienangebot an den Hochschulen des Landes sukzessiv auf Studiengänge umgestellt, die sich an den Vorgaben zur Errichtung eines gemeinsamen Europäischen Hochschulraumes orientieren (Bologna-Kriterien).

Beziehungen zu Deutschland

Politische Beziehungen: Die deutsch-spanischen Beziehungen sind traditionell sehr gut und werden von einer positiven Grundhaltung der Bevölkerung in beiden Ländern getragen. In Deutschland leben heute rund 130.000 Spanier, die ein gutes Beispiel für Integration ohne Aufgabe der eigenen kulturellen Identität darstellen. Umgekehrt leben nach neueren Schätzungen weit über 500.000 deutsche Staatsangehörige dauerhaft, das heißt länger als drei Monate im Jahr in Spanien. Hinzu kommen jährlich über 9 Millionen deutsche Touristen.

Der politische Austausch zwischen deutschen und spanischen Regierungsmitgliedern ist eng, auch am Rande von regelmäßigen Treffen auf EU-Ebene. Die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel war zuletzt am 6. September 2012 in Madrid zu Gast. Gemeinsam mit Ministerpräsident Mariano Rajoy nahm sie an einer Konferenz mit Vertretern der Wirtschaft und der Gewerkschaften teil. Am 4. Februar 2013 kam Ministerpräsident Rajoy in Begleitung mehrerer Minister zu bilateralen Regierungskonsultationen nach Berlin. Im April 2013 ist in Madrid das 7. Deutsch-Spanische Forum vorgesehen, zu dem die beiden Staatsoberhäupter sowie hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur beider Länder erwartet werden.

Wirtschaftliche Beziehungen

Deutschland ist nach Frankreich der zweitgrößte Handelspartner Spaniens, bei den Importen Spaniens liegt Deutschland sogar auf Platz eins. Obwohl Spanien traditionell deutlich weniger nach Deutschland exportiert (Warenwert 2012: 22,32 Mrd. Euro, -0,8 Prozent) als es von dort importiert (Warenwert 2012: 31,17 Mrd. Euro, -10,5 Prozent), konnte Spanien über die letzten Jahre das bilaterale Handelsdefizit mit Deutschland verringern. 2012 lag es bei 8,85 Mrd. Euro.

Die Bundesrepublik nimmt bei den industriellen Direktinvestitionen eine wichtige Position ein. In Spanien sind rund 1.100 deutsche Unternehmen mit Tochterfirmen oder Beteiligungen vertreten, viele davon mit eigener Produktion. Eine bedeutende Rolle in den Wirtschaftsbeziehungen spielt auch der deutsche Tourismus mit knapp über 9,3 Millionen deutschen Besuchern im Jahr 2012.

Kulturelle Beziehungen

Zwischen Deutschland und Spanien herrscht ein reger und intensiver Kulturaustausch. Das Interesse an Sprache und Kultur Spaniens (Literatur, Film) hat in Deutschland stark zugenommen.

Deutschland unterhält in Madrid und Barcelona Goethe-Institute mit Außenstellen in Granada und San Sebastián. Mit Kulturveranstaltungen, Sprachkursen und durch ihre Bibliotheks- und Informationsarbeit tragen sie zur Verbreitung eines vielschichtigen und aktuellen Deutschlandbildes bei.

Das Deutsche Archäologische Institut ist mit einer Abteilung in Madrid vertreten, die für Spanien, Portugal und Nordafrika zuständig ist und seit Jahrzehnten wissenschaftliche Zusammenarbeit in der Region fördert.

Zwischen den Hochschulen beider Länder bestehen über 1500 formelle Kooperationsvereinbarungen. Hunderte von gemeinsamen Forschungsprojekten deutscher und spanischer Institutionen unterstreichen die intensive Zusammenarbeit. Eine wichtige Säule ist dabei die Alexander von Humboldt Stiftung mit einem dichten Netz ehemaliger Stipendiaten.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst unterhält seit November 2011 ein neues Informationszentrum in Madrid und ist mit neun Lektoren an spanischen Universitäten präsent.

Neun deutsche Auslandsschulen in Madrid, Barcelona, Valencia, Bilbao, Sevilla, Málaga, San Sebastián, Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas sowie zwei deutsche Berufsschulen in Madrid und Barcelona mit über 6.000 Schülern leisten einen Beitrag zur interkulturellen Begegnung. Die Schulen werden durch die Entsendung von Auslandslehrkräften und materielle Unterstützung nachhaltig gefördert. Das weltweite Netz von Partnerschulen (PASCH) umfasst auch 23 Schulen in Spanien.